Entdecken Sie, wie MBTI bei der Nachfolgeplanung halfen und vieles mehr

Siemens ist ein riesiges, facettenreichen Unternehmen. Allein in Großbritannien beschäftigt der Technologiegigant 21.000 Mitarbeiter und verzeichnet jährlich einen Nettoumsatz von ca. 4 Mrd. €. Er ist Wegbereiter für Elektroniklösungen aus so unterschiedlichen Gebieten wie molekulare Bildgebung, Gepäckabfertigung und Verkehrssysteme und ist auch am Finanz- und Immobilienmarkt tätig.

Siemens

Talentmanagement kann eine echte Herausforderung für ein so großes Unternehmen wie Siemens sein. Um aus seinen 20 Geschäftsbereichen die besten Nachwuchs-Führungskräfte zu ermitteln und zu schulen, rief Siemens Corporate das sogenannte „Talent Management Board“ ins Leben, das dem CEO und dem CFO des britischen Geschäftszweigs direkt untersteht. Im Mittelpunkt der Arbeit dieses Gremiums steht das Management Development Centre (MDC), das in Zusammenarbeit mit The Myers-Briggs Company betrieben wird und die Entwicklung von Führungskompetenzen in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen zum Ziel hat.

„Siemens ist ein Unternehmen, das von seinen unterschiedlichen Abteilungen sowie vielen Fusionen und Akquisitionsaktivitäten geprägt ist“, erklärt Personalleiterin Teresa Frost, die für das interne Talentmanagement bei Siemens UK und die Verwaltung des MDC durch The Myers-Briggs Company zuständig ist. „Eine unserer größten Prioritäten sind starke Führungskräfte, die Mitarbeiter inspirieren, dem Unternehmen alles zu geben.“

Das MDC-Programm zielt darauf ab, diese zukünftigen Führungskräfte zu identifizieren, indem es das Potenzial fachlicher und technischer Experten sowie derjenigen erkennt, die als Finanzleiter, Geschäftsführer oder CEO in einem der vielen Geschäftsbereiche des Unternehmens tätig sein möchten. Teresa dazu: „Unsere Zusammenarbeit mit The Myers-Briggs Company hilft uns dabei, unsere Führungskräfte zu schulen, die „People Excellence Strategy“ von Siemens umzusetzen. Wir arbeiten unter der Prämisse, dass jeder Talent hat. Auf dieser Grundlage erhöhen wir die Anzahl herausragender Nachwuchskräfte aus einer internationalen Perspektive. Dank des MDC haben Teilnehmer ihre eigenen Stärken und Schulungsbedürfnisse besser verstanden und uns gleichzeitig wissen lassen, was wir tun müssen, um ihnen geeignete Gelegenheiten und Karrieremöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.“

Im Mittelpunkt der zweieinhalbtägigen MDC-Veranstaltung steht eine anspruchsvolle Geschäftssimulation, in der zehn Teilnehmer je die Rolle eines leitenden Geschäftsführers eines fiktiven Unternehmens übernehmen, das sich ähnlichen betrieblichen und strategischen Problemen gegenübersieht, die auch bei Siemens auftreten könnten. Während der Simulation werden sie von The Myers-Briggs Company-Coaches und HR-Managern von Siemens observiert, die vorher von The Myers-Briggs Company eingehend geschult wurden. Die beobachteten Verhaltensweisen werden sodann anhand einer Struktur kategorisiert, die sich auf den globalen Kompetenzrahmen des Unternehmens stützt.

Die gesammelten Informationen werden den Teilnehmern anschließend in einer zweistündigen Einzelsitzung am dritten Tag der Veranstaltung mitgeteilt. Das Feedback zu den Schlüsselthemen für jeden Teilnehmer wird dann an das Talent Board sowie den CEO und CFO des Konzerns weitergegeben.

Die Teilnehmer erhalten außerdem Feedback aus verschiedenen Quellen, unter anderem von den anderen Teilnehmern, ein 360°-Feedback und aus den MBTI® test. Infolgedessen entwickeln sie einen umfassenderes, tieferes Verständnis für den aktuellen Stand ihrer Fähigkeiten und die Richtung, in die sie sich eventuell entwickeln müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Das Feedback ist vollständig vertraulich und wird dem Unternehmen ausschließlich in anonymer, zusammengefasster Form mitgeteilt, sodass Teilnehmer ihre inneren Bedürfnisse und Anliegen im Schutz ihrer Privatsphäre angehen können, während das Unternehmen bessere Einblicke in die Persönlichkeit seines Führungsteams erhält.

Im Anschluss an die Veranstaltung erhält jeder Teilnehmer seinen eigenen ausführlichen Schulungsbericht, in dem all diese Informationsquellen enthalten sind. Dann treffen sie sich mit einem The Myers-Briggs Company-Coach, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dieser Termin wird oft durch ein 3-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten des Teilnehmers ergänzt. Der The Myers-Briggs Company Leadership Guide, eine für das MDC erstellte Mappe, gibt den Teilnehmern eine Struktur, innerhalb derer sie ihre Schulungsaktivitäten planen können.

Da für 42 % der entscheidenden Stellen Nachfolger ermittelt werden konnten, ist ein wichtiges Ziel bereits erreicht. Es gibt aber noch einiges zu tun. Teresa dazu: „Das MDC-Programm ist bei der Berufs- und Nachfolgeplanung bei Siemens ein fester Bestandteil. Das gilt auch für den Weg zum leitenden Geschäftsführer oder Finanzleiter sowie längerfristig zum CEO oder CFO. Zur Unterstützung unserer Entscheidungsfindung im Hinblick auf zukünftige Beförderungen haben wir die Berichte von The Myers-Briggs Company in mehreren Fällen hinzugezogen und uns die Simulierungen zusammen mit anderen Materialien angesehen. Dies hat uns bestärkt, dass wir die richtigen Menschen für die richtigen Positionen einsetzen. Die Erkenntnisse aus dem MDC geben uns auch eine deutlichere Vorstellung davon, was wir tun müssen, damit sich die betreffende Person in ihrer neuen Position einlebt.“

Darüber hinaus legt Teresa Wert darauf zu betonen, dass „das MDC kein Performance-Management-Tool ist und wir sehr darauf achten, Teilnehmern und deren Vorgesetzten dies lange im Voraus zu verdeutlichen. Zu Beginn des Programms stellten wir fest, dass einige Manager ihre Mitarbeiter aus den falschen Gründen zu der Veranstaltung schicken. Das kann für den Betreffenden und dessen Kollegen im Büro entmutigend sein.“

Derartige Probleme wurden mittlerweile bereinigt und der Nutzen für uns ist bereits erkennbar. Seit das Programm Anfang 2005 startete, ist die interne Mobilität der Top-Führungstalente innerhalb von Siemens deutlich gestiegen. Einige wurden innerhalb ihres Bereichs befördert, andere wurden zu anderen Unternehmen von Siemens oder auch international versetzt. Einige Teilnehmer haben The Myers-Briggs Company sogar im Anschluss kontaktiert, um in ihrem eigenen Geschäftsbereich ähnliche Aktivitäten zu organisieren. Das zeugt von den positiven Auswirkungen, die die Veranstaltung und das anschließende Coaching auf diese Mitarbeiter hatte. Man kann daher davon ausgehen, dass die MDCs ein regulärer, beliebter, fester Bestandteil im Siemens-Kalender bleiben.